Welcher Kurs und Bearbeitungszeitraum ist für mich ideal?

Die Jägerprüfung ist eine anspruchsvolle Prüfung. Sofern Ihr die Kursmaterialien aus der Sammelbox von Heintges nutzt, erwarten Euch rund 1.000 Seiten geballtes Wissen plus eventuelles Zusatzmaterial Eurer Jagdschule. Eine wichtige Frage ist daher, welche Kursart und welchen Bearbeitungszeitraum Ihr auswählt, um Euch dieses Wissen anzueignen. Diese Auswahl richtet sich unter anderem danach, welches jagdliche Vorwissen Ihr mitbringt, welcher Lerntyp Ihr seid und wie viel Zeit und Selbstdisziplin Ihr für das Lernen aufbringen könnt und wollt.

Ein Großteil der Jagdschulen bietet nachfolgende Kursvarianten an:

Intensivkurs

Der große Vorteil dieser Variante ist zugleich auch der große Nachteil: der zeitliche Aspekt. Ein Intensivkurs beläuft sich meist auf 14 zusammenhängende Tage und beansprucht daher nur einen überschaubaren Teil Eures Jahresurlaubs. Ihr bekommt in dieser Zeit das komplette Kursmaterial vermittelt, absolviert den zulassungsrelevanten Schießunterricht und bereitet Euch auf die schriftliche Prüfung vor. Ihr erlernt also tagsüber das jagdliche Fachwissen und vertieft dieses weiter nach dem Unterricht. Das bedeutet ein wahrlich straffes Programm, welches Einiges von Euch abverlangt. Ihr solltet bei dieser Variante sehr gut überlegen, ob es für Euch geeignet ist. Der Intensivkurs ist preislich meist teurer als ein Wochenendkurs.

Wochenendkurs

Der Wochenendkurs ist die wohl am Häufigsten gewählte Variante – auch wir haben dieses Modell ausgewählt. Der Start dieser Kurse ist meist eng an den Prüfungsterminen der Bundesländer ausgerichtet. Im Vergleich zu einem Intensivkurs steht Euch somit deutlich mehr Zeit zur Verfügung, das Fachwissen zu erlernen. Die Theorie wird an den Wochenenden vermittelt, Schießübungen können auch (teilweise mit nur geringem zeitlichen Vorlauf) unter der Woche erfolgen, abhängig von der Verfügbarkeit der Schießstände und der jeweiligen Regelung innerhalb Eurer Jagdschule. Prüft deshalb im Vorfeld Eure Flexibilität bei Eurem Arbeitgeber hinsichtlich Arbeitsbeginn / Arbeitsende und kurzfristigem Urlaub. Die Vorbereitung auf die schriftliche Prüfung erfolgt meist im Anschluss an den regulären Kurs, nach Eurem eigenen Ermessen auch früher. Der Wochenendkurs ist meist die preisgünstigste Kursvariante.

Individualkurs

Wie der Name bereits andeutet, kann nach Absprache mit Eurem Jagdlehrer oftmals auch ein individueller Kursablauf vereinbart werden. Der Kurs wird dann auf Euch abgestimmt und unterliegt den Regelungen zwischen Euch und Eurem Jagdlehrer. Bei einer individuellen Regelung sind im Vergleich zu den anderen Kursformen natürlich auch die Kosten am höchsten.

Mischformen

Für alle Interessenten an einer etwas mehr auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenen Variante eines Jagdkurses bietet sich ggf. eine Mischform aus Intensiv- / Wochenendkurs und Individualkurs an. Hierbei wählt Ihr beispielsweise einen der erstgenannten Basiskurse aus und besprecht mit Euren Jagdlehrer etwaige Sonderwünsche. Dies könnte z.B. individuelles Schießtraining sein oder eine individuelle Prüfungssimulation für die mündliche Prüfung. Der Aufpreis für Euer gewünschtes Extra sollte schnell ermittelbar und sicherlich auch während einer bereits laufenden Unterrichtsphase mit dem Jagdlehrer zu besprechen sein.

Mitlaufen im Hegering oder der Kreisjägerschaft

Eine Form der Jagdausbildung ohne Jagdschule ist die Ausbildung über einen Hegering bzw. bei einer Kreisjägerschaft. Ein Hegering ist die kleinste organisatorische Einheit in der jagdlichen Struktur in Deutschland. Sie fungiert meist auf Ortsebene hierarchisch unterhalb der Kreisjägerschaft. Die Ausbildung in einem Hegering startet meistens 1x jährlich im September und zieht sich über den Herbst- und Winterzeitraum. Der Unterricht und das Schießtraining können an mehreren Tagen innerhalb der Woche und am Wochenende für jeweils mehrere Stunden stattfinden. Während dieser Zeit wird Euch das gesamte Jagdwissen analog zu einer Ausbildung in den Jagdschulen vermittelt, allerdings habt Ihr hier deutlich mehr Zeit für das Studienmaterial zur Verfügung.

Diverse Hegeringe bieten diese Art der Ausbildung an. Hier empfiehlt sich eine eigenständige Internetrecherche in Anlehnung an Euren Wohnort, welcher Hegering für Euch in Frage kommt und eine Ausbildung anbietet. Hinsichtlich der Suche könnt Ihr entweder den Einstieg über die Landesjagdverbände nehmen und anschließend auf die Kreisjägerschaften bzw. von dort auf die angegliederten Hegeringe abspringen oder ihr gebt direkt den Suchbegriff „Hegering“ + Euren Wohnort ein. Bei der persönlichen Kontaktaufnahme empfiehlt sich dann selbstverständlich auch die Frage nach den zu erwartenden Gesamtkosten.

Tipp

Erkundigt Euch im Vorfeld, ob alle Kosten in der ausgewiesenen Kursgebühr enthalten sind oder ob bestimmte Posten wie z.B. Munition für Schießübungen noch zusätzlich erhoben werden.

Zudem solltet Ihr Euch bewusst sein, dass bestimmte Inhalte der mündlichen Prüfung je nach Jahreszeit variieren. Beispielhaft sei hier der Bereich Naturschutz (Pflanzenkunde, Feldwirtschaft) genannt, in dem die Auswahl blühender und von Euch abgefragter Pflanzen im Frühjahr / Sommer deutlich umfangreicher ausfällt als im Herbst / Winter.

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