Welche Ausrüstung brauchen Jäger? Diese Produkte erleichtern Euch die Jagd

Mit diesem Artikel liefern wir speziell Euch Jungjägern Empfehlungen und detaillierte Kostenaufstellungen für Produkte, die Ihr Euch nach dem Bestehen der Jägerprüfung zulegen solltet bzw. müsst, um einerseits die rechtlichen Bedingungen für einen Waffenbesitz zu erfüllen (Waffenschrank) und andererseits um Euch auf die Jagd vorzubereiten und diese waidgerecht ausüben zu können. Wir haben uns dabei bemüht, für jeden Geldbeutel ein passendes Produkt zu finden (sofern es größere Preisunterschiede gibt), das wir Euch ruhigen Gewissens empfehlen können. So könnt Ihr selbst entscheiden, wo Eure Schmerzgrenze liegt.

Die Meisten von Euch können sich gerade am Anfang nicht die komplette Ausrüstung kaufen. Dies ist ein Prozess, der Schritt für Schritt erfolgt, um sich finanziell nicht zu übernehmen. Gerade hinsichtlich der Waffen könnte es für Einige von Euch eine Überlegung wert sein, sich zu Beginn eine Waffe für einen bestimmten Anlass zu leihen, wenn Ihr Geld für eine höhere Qualität ansparen möchtet. Das ist völlig legitim und macht in den meisten Fällen auch durchaus Sinn.

Waffenzubehör

Waffenpflege

Waffen sind teuer – daher kommt ihrer Pflege und ihrem Schutz eine besondere Bedeutung zu. Im ersten Abschnitt der Jägerausstattung beschäftigen wir uns daher mit den Themen Pflege, sichere Aufbewahrung und Transport.

Wann und warum ist Laufreinigung wichtig? Unter den Waffenbesitzern gehen dazu die Meinungen manchmal recht weit auseinander. Unbestritten ist, dass der Geschossmantel und das Treibmittel (Schwarzpulver) nach jedem Schuss Ablagerungen im Lauf hinterlassen. Diese Ablagerungen setzen sich umso stärker fest, je länger eine Reinigung ausbleibt.

Zudem beeinflussen die Ablagerungen den Drall eines Geschosses, wodurch die Präzision leiden kann. Daher sollte möglichst nach jeder Nutzung einer Waffe auch eine Reinigung des Laufs durchgeführt werden. Ihr sorgt damit auch gleichzeitig für ein besseres bzw. konstantes Trefferbild. Der Aufwand dafür ist gering, egal welches Werkzeug Ihr einsetzt: nur einige wenige Male die Reinigungsschnur durch den Lauf ziehen oder einen Putzstab samt Reinigungsfilz nutzen genügt. Eure Waffen werden es Euch danken und Ihr werdet lange Freude ohne Beeinträchtigungen an ihnen haben.

Wir selbst nutzen für unsere Kurz- wie auch Langwaffen Reinigungsschnüre, oft wird dafür der Name BoreSnake verwendet, der zugleich auch der Markenname für das Produkt von der Firma Hoppe ist. Es gibt jedoch auch noch andere Möglichkeiten zur Reinigung, wie oben erwähnt Putzstäbe, Reinigungsfilz und ganze Sortimente (Reinigungssets oder Reinigungskoffer), die unterschiedliche Pflegeutensilien enthalten.

Laufreinger Kurzwaffe (unterschiedliche Kaliber)

Laufreinger Langwaffe (unterschiedliche Kaliber)

Waffenöl

Bei den Waffenölen für Waffen von Jägern und auch von Sportschützen werden meistens drei Anwendungsfelder unterschieden:

  1. Reinigung
  2. Schmierung
  3. Korrosionsschutz

Die jeweiligen Öle helfen dabei, die Ablagerungen von Geschossmantel und Treibmittel (Schwarzpulver) im Lauf zu entfernen und auch den Lauf zu konservieren. Zudem empfehlen diverse Hersteller oftmals, bestimmte Elemente der von ihnen hergestellten Waffen in bestimmten Abständen mit wenigen Tropfen Öl oder Schmierstoff zu behandeln. Auch hier gehen die Meinungen der Waffenbesitzer stark auseinander, welche Teile mit wie viel Schmieröl oder Pflegemittel behandelt werden sollen. Manch einer nutzt wissentlich überhaupt keine Pflegeutensilien und seine Waffen funktionieren (nach eigener Aussage) einwandfrei.

Derzeit ist uns kein Mittel bekannt, das alle 3 Anwendungsfelder gleichzeitig abdecken kann. Daher werden  die Pflegemittel einzeln angeboten oder auch in praktischen Komplett-Sets. Wir nutzen für unsere Waffen eines dieser Komplett-Sets, die Waffenpflegebox vom Hersteller Brunox und sind bisher auf allen Anwendungsfeldern hervorragend damit durchgekommen. Diese Box enthält das komplette Pflegeprogramm bestehend aus Laufreiniger, Schmierung und Konservierung.

Wer noch tiefer in die Details zur Waffenpflege einsteigen möchte, wird speziell auf den Seiten der Waffenöl-Hersteller gut beraten. Einige sehr schöne Erläuterungen und eine Anleitung für die Laufreinigung bietet beispielsweise die Seite von Ballistol.

Pufferpatronen (Übungspatronen)

Nach der bestandenen Jägerprüfung steht Ihr am Anfang Eures Jägerlebens. Mit dem Jägerprüfungszeugnis habt Ihr zwar bereits einen wichtigen Meilenstein erreicht, dennoch bleibt Vieles für Euch noch neu und einige Dinge, die Ihr während Eurer Ausbildung in der Jagdschule gelernt habt, gilt es nun zu verinnerlichen. Dazu gehört insbesondere die Waffenhandhabung.

Höchst wahrscheinlich werdet Ihr keine der Waffen erwerben, an der Ihr während Eurer Jägerausbildung trainiert habt. Vielleicht habt Ihr in Eurem Leben bisher auch noch nicht so viele Erfahrungen im Umgang mit Schusswaffen gesammelt. Daher ist es am Anfang eine Überlegung wert, neben den Besuchen auf dem Schießstand auch weitere Trainingsmöglichkeiten für zu Hause zu schaffen, quasi als Trockenübung.

Eine einfache Möglichkeit dafür bieten Pufferpatronen. Hierbei handelt es sich um Nachbauten originaler Patronen, die jedoch kein Treibladungspulver und kein Zündhütchen enthalten und somit nicht zünden und nicht abgefeuert werden können. Gleichzeitig schonen Pufferpatronen auch die Waffe, wenn der Schlagbolzen entspannt werden muss, da er beim Entspannen nicht ins Leere sondern auf die Pufferpatrone trifft.

Demnach bieten Pufferpatronen diverse Vorteile. Hierzu zählen:

  • das Training zur Verbesserung der Waffenhandhabung
  • der generelle Funktionstest als auch
  • die Schonung der Waffe und ihrer Komponenten.

Pufferpatronen gibt es in unterschiedlichen Farben, Materialien und Ausführungen. Häufig sind sie in Rottönen erhältlich und aus Aluminium oder Kunststoff gefertigt.

Für unsere Waffen nutzen wir Pufferpatronen der Marken A-Zoom (Kurzwaffe, 9mm Luger) und Flachberg (Langwaffe, 8×57 IS). Beide Produkte funktionieren einwandfrei und weisen auch nach langer Nutzungsdauer kaum Gebrauchsspuren auf.

Pufferpatronen Kurzwaffe (Pistole), Beispiel 9mm

Pufferpatronen Kurzwaffe (Revolver), Beispiel 357 Magnum

Pufferpatronen Langwaffe (Büchse), Beispiel 8×57 IS

Pufferpatronen Langwaffe (Flinte), Beispiel 12/70

Transport

Riemen und Riemenbügel

Ein Riemen ermöglicht Euch das komfortable Tragen einer Langwaffe über der Schulter, zum Beispiel im Revier auf dem Weg zum Stand. Riemen sind im begrenzten Umfang dehnbar und elastisch, weshalb das Tragen einer Langwaffe auch bei längeren Strecken nicht unangenehm oder ermüdend wird.

Die Firma Niggeloh hat mit dem neuen Modell „PULL“ eine unserer Meinung nach sehr gute und hilfreiche Neuheit entwickelt. Dieser Riemen besitzt an seinem vorderen Ende eine Öffnung, durch die die vordere Hand geschoben werden kann. Dadurch wird die Waffe zur Schulter hin noch fester fixiert. Dies verbessert die Schussgenauigkeit und Eure Kontrolle über die Waffe an sich. Wir haben das Modell selbst für einige unserer Langwaffen im Einsatz und können dieses bedenkenlos empfehlen.

Riemenbügel Langwaffe

Zu einem Gewehrriemen gehören auch immer Riemenbügel, mit deren Hilfe Ihr den Riemen an Eurer Langwaffe befestigt. Der Riemenbügel kann entweder in verfügbare Ösen eingehakt, am Schaft eingeschraubt oder eingesteckt werden (Push-and-go). Dies hängt von Eurem Langwaffenfabrikat ab bzw. wie Ihr Euch eine Langwaffe konfigurieren wollt.

Bei den Riemenbügeln empfehlen wir Euch, die Bewertungen anderer Käufer und Nutzer zu lesen. Hier erfahrt Ihr oftmals wichtige Details zu einzelnen Produkten, z.B., ob das Festdrehen gut oder weniger gut funktioniert und wie belastbar das Material ist. Hieraus könnt ihr ableiten, ob das Produkt Euren Anforderungen genügt. Wer beispielsweise oft den Riemen bzw. den Riemenbügel wechselt, sollte sich unbedingt ein Modell aussuchen, das sich per Hand leicht öffnen und schließen lässt.

Futterale und Waffenkoffer

Waffen-Futterale und Waffenkoffer gewährleisten einerseits die Sicherheit Eurer Schusswaffen während eines Transportes und sind andererseits Bestandteil zur Erfüllung rechtlicher Auflagen beim Waffentransport. Denn Schusswaffen dürfen nur „nicht schussbereit“ und „nicht zugriffsbereit“ transportiert werden.

Die Definition von nicht schussbereit besagt, dass die von Euch transportierte Waffe nicht geladen sein darf. Es dürfen sich also keine Patronen oder Geschosse in den dafür vorgesehenen Magazinen, Trommeln oder Patronenlagern befinden.

Nicht zugriffsbereit bedeutet, dass eine Waffe nicht unmittelbar in Anschlag gebracht werden kann. Und hier kann es nun zu Missverständnissen kommen, denn die Auslegung von „unmittelbar“ in diesem Zusammenhang ist vielfältig und kann beispielsweise bedeuten:

  • mit weniger als 3 Handgriffen
  • mit weniger als 3 Handgriffen in unter 3 Sekunden
  • mit wenigen schnellen Handgriffen

Wir empfehlen Euch in dieser Hinsicht dringend, keine Experimente durchzuführen und Waffen nicht abweichend gesetzlicher Vorschriften oder „auf gut Glück“ zu transportieren. Der von Euch angesetzte (und wahrscheinlich auch nachvollziehbare) Interpretationsansatz zu „unmittelbar“ muss im Ernstfall nämlich nicht zwangsläufig der Interpretation von Polizei und Richter entsprechen. Macht Euch selbst nicht das Leben schwer und lasst es bei einer Polizeikontrolle fahrlässig darauf ankommen, dass Euch etwas vorgeworfen werden kann. Im schlimmsten Fall drohen harte rechtliche Konsequenzen bis hin zum Entzug Eurer Waffen, WBK und Jagdschein.

Ihr umgeht rechtliche Fallstricke, indem Ihr Euch einfach daran gewöhnt, Schusswaffen in einem geschlossenen (verschlossenem) Behältnis zu transportieren. Waffentransporte in diesem Zustand sind unbedenklich und nicht zu bemängeln.

Waffenkoffer sind stabiler als Waffenfutterale und Eure Waffen noch besser geschützt. Je nach Modell und Preisklasse besitzen besitzen beide Kategorien auch ein Zahlenschloss. Wenn Euch jedoch ein Futteral oder Koffer gefallen, an dem kein Zahlenschloss vorhanden ist, so könnt Ihr Euch natürlich auch ein externes Zahlenschloss, Gepäckschloss bzw. ein Vorhängeschloss besorgen und mit dessen Hilfe den Koffer oder das Futteral sicher verschließen, damit es den rechtlichen Anforderungen entspricht.

Kurzwaffen Futterale

Kurzwaffen Koffer

Langwaffen Futterale

Langwaffen Koffer

Zahlenschlösser, Gepäckschlösser & Vorhängeschlösser

Munitionstaschen, Munitionskoffer & Patronenetuis

Wer von Euch seine Munition gerne gut sortiert und nicht lose oder in Pappkartons  transportieren möchte, kann auf eine Munitionstasche, einen Munitionskoffer oder ein Patronenetui zurückgreifen. Einzelne Kartons fliegen somit nicht mehr lose durch die Gegend und können ordentlich verstaut werden. Durch Tragegriffe oder Riemen können auch größere Mengen an Munition entweder händisch oder über der Schulter problemlos getragen werden.

Ein Patronenetui hat den Vorteil, dass Ihr den Nachschub an Munition direkt richtig sortiert und geordnet am Körper tragt und somit schnell nachladen könnt. Raussuchen aus Kisten oder Kartons entfällt somit. Es werden auch Schaft-Patronenetuis angeboten, die am Schaft von Langwaffen angebracht werden. Damit ist nachladen noch schneller möglich.

Folgende Erweiterungen folgen in Kürze

  • Waffenschrank
  • Zieloptiken
  • Ferngläser
  • Kleidung
  • Zerwirken und Verwerten
  • Ansitz

 

 

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